Sonntag, 18. Dezember 2011

Weitermachen.
Jeden Tag. Jeden Tag mache ich weiter. Es ist nicht leicht. Viele schlechte Nachrichten, viele Anstrengungen, wenig Kraft nach einem Jahr mit so vielen Veränderungen, einem Jahr in dem die Kleinen noch so viel Mama brauchen und die Große erst eine Große werden musste. Die Mama in mir hat sich fast verloren. Gibt es noch eine Ka in der Mutter? Und wo ist sie? Grosse Sehnsucht nach ruhigen Yogastunden. Ruhe. Schlaf.
Zu Weihnachten wünsche ich mir Schlaf, Schlaf, Schlaf. Fürs nächste Jahr wünsche ich mir Schlaf, Schlaf, Schlaf und Yoga.
Meine Kinder sind Frühaufsteher und nicht-Durchschläfer. Wie wenig Schlaf ein Mensch wirklich nicht braucht. Ich könnte Romane darüber schreiben und versuche doch krampfhaft täglich dieses Thema nicht allzusehr in den Mittelpunkt zu rücken, weil es so hoffnungslos macht.
Ich freue mich auf pubertierende Kinder. Kinder, die gross genug sind, dass ich sagen kann: macht euch heute euer Frühstück selber. Mama schläft bis zehn! Und lümmelt dann mit dem neuen Lieblingsspielzeug auf dem Sofa rum bis der traute Ehemann (jawoll EHEMANN.. wie geil oder??) Café machen geht. 
Träume. Noch.


Soviel ist in Aufruhr. Sooft frage ich mich, was ich will vom Leben, wohin es geht und der Holde streichelt mir dann liebevoll über den Kopf und versucht weise sowas zu sagen wie: das ist das Alter, Kleines. (und meint damit, dass er vor neun Jahren ähnliche Gedanken hatte :-))


Kraftlos ungeduldig. Geht das? Ja. Ich kann es. Kraftlosungeduldigkraftlosungeduldigkraftlosungedudligunstetimmer. 


Annehmen, Sorgen, demütig erleben wie man das Leben eben nicht in der Hand hat. Es passieren die grausamsten Dinge einfach so. Das Leben lacht höhnisch, das Schicksal tritt einem in den Arsch. Einfach so und zurück bleibt plötzlich die Angst. Gesundheit ist das höchste Gut? Klingt lächerlich nach Seite sieben und platt nach Poesiealbum und doch, scheisse nochmal, doch ist es genauso. Hilflos sein ist das Schlimmste, wenn es einem geliebten Menschen schlecht geht. 


Die Wichtel sind nicht mehr die Wichtel. Sie sind Asterix und Idefix, Bronko und Kermit, Bartholomäus und Ignatius. Sie sind unterschiedlich. Tag und Nacht. Der eine meist leise und präzise. Tötet lautlos, plant und führt grazil und präzise aus. Schiesst direkt ins Herz und lächelt leise. Hat einen besonderen Humor, die dreckigste Lache der Welt. Ein ganz besonderer Mensch.
Der Eine eine Rampensau, wie ich sie noch nie erlebt habe, humorvoll, charmant, mitten ins Herz, laut lachend, erzählend, wild gestikulierend fliegt er den Menschen zu, tanzt zu jeder Musik, singt jauchzend mit, wenn Papa die Beatles anmacht, trommelt  laut seinen Lebenstakt. Trägt das Herz auf der Zunge. Ein ganz besonderer Mensch.
Die Räubertochter wird gross. Mein Gott. Malt den ganzen Tag. Interessiert sich für die Welt, fragt nach und will es doch manchmal nicht so genau wissen. Ist eine tapfere Zahnarztpatientin und liebt die Buchstaben. Zwiespältige Gefühle. Wackeln die Zähne wackelt die Seele? Erste Zahnlücken. Ein ganz besonderer Mensch.
Grad eben noch habe ich die erste Wehe meines Lebens gespürt. Grad eben... Soviel Zeit vergangen seitdem. Soviel.


Dieses Jahr so krass. So umständlich, so vielfältig, so grosse Gefühle, so kleines Gefühl, so kleine Ka. Und nun am Ende des Jahres ist nichts mehr wie es sein sollte, nichtsmehr wie es mal war. Ob es diesen Blog noch weiter gibt oder nicht, ob ich weiter schreiben will öffentlich oder nicht, weiss ich nicht. Zuviele Menschen lesen, die ich treffen könnte. Die wissen dann immer alles :-) Nicht anonym genug? Nicht mutig genug? Wir werden sehen. 





3 Kommentare:

  1. ... hier auch: nicht durchschlafen. aufstehen spätestens um 5uhr. topfit. großes mädchen malt durchgehend fast :)
    alles liebe. maria (die sich auch was wünscht... schlaf. schlaf. ach ja. und schlaf)

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  2. So schön. Das Du auftauchst, wieder da bist, deine Worte.
    Bin ganz berührt. hg!

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  3. das gefühl jetzt am ende des jahres und wie einem das eigene leben einfach so aus der hand genommen werden kann, dass kann ich so gut nachempfinden. hätte man mir am anfang gesagt was da alles wiederfahren wird-ich hätte sehr gerne dankend abgelehnt. und nun versuche ich das ganze anzunehmen, das straucheln dabei trauen zu akzeptieren und versuchen mit den neuen wegen, allein und auch gemeinsam, das leben verstehen wollen. eigentlich spannend. scheinbar schwer. aber ich will, dass es machbar ist.

    dir wünsche ich, dass das neue für dich schön wird-vielleicht auch anders. oder dass das anders doch schöner sein mag als es scheint. so schön,d ass es dir gut tut.

    alles liebe

    barbara

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