Dienstag, 15. November 2011

Die Katze hat heute viel Unschönes gesehen. Sie war in einem Möbelhaus. Es ist ein bißchen wie im Sommer. Da sieht man auch immer viel Unschönes, weil die ganzen Leute, die sonst viel Jacke um sich herum haben, plötzlich anfangen sich die Jacken auszuziehen und sich die Augenlieder blau zu schminken, weil das so gut zu dem rüschigen Sommerkleid passt, das schon seit 10 Jahren in ihrem Schrank hängt, ohne Berechtigung. Naja. So ähnlich ist es in Möbelhäusern.
Heute hat die Katze die Augen offen gehalten und einen ganz besonderen Artgenossen beobachten können. Viele seltsame Permanentbemalungen zierten seinen Körper, viel Herrisches kam aus seinem Mund, viele Parolen auf der Bekleidung. Einer von denen, von denen man lieber nichts wissen will. Auch die gibt es. Die Katze schüttelt den Kopf und damit das Bild von sich.
Das Schöne ist heute der weisse Tisch, der elegant zwischen den neuen weissen Stühlen steht und sich schon auf die Gaben freut, die in Gemeinschaft auf ihm verzehrt werden in der Zukunft. Die Katze freut sich schon sehr darauf. Sie ist ein Gemeinschaftstier. Sie liebt ihr Rudel und fast jede Erweiterung dessen für ein gemeinsames Mahl in Freundschaft.
Die Katze findet essen gut. Sie schnuppert und überlegt, streift durch die Küche in Gedanken, durch die Food-Blogs dieser Welt, durch Pinterest. Immer auf der Suche nach dem erlösenden Klick, der die Geschmacknerven vibrieren läßt in freudiger Vorerwartung auf das, was die Augen da sehen. 
Sie hat eigentlich immer Hunger, die Katze. 

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